Das den Tieren die Sprache fehlt, macht uns Menschen an Empfindungen für sie so reich.

(Elfriede Habl)



 

Der Begriff der tiergestützten Therapie ist in den letzten Jahren immer häufiger in den Medien, Praxen und Pflegeheimen aufgetaucht. Doch was genau ist die tiergestützte Therapie und was kann sie bewirken?

 

Vorab sollte angemerkt werden, das eine gute und sinnvolle Therapieeinheit eine mitunter äusserst intensive Vorbereitung und Erfahrung in der therapeutischen Arbeit und reichlich Hundeverstand/Pferdeverstand bedarf. Daher kann niemand eine erfolgreiche Therapieeinheit leiten, der nicht aus  dem pädagogischen, medizinischen, pflegerischen oder therapeutischen Bereich kommt und über ausreichend Berufserfahrung verfügt. 

Ebenso kann jemand, der zwar über die nötige Berufserfahrung verfügt aber keine Erfahrung in der Erziehung und Fachkentnisse über das Hunde- oder Pferdewesen hat eine Therapieeinheit nicht erfolgreich leiten. Auch meine Kentnisse und Erfahrungen im Bereich des Rettungsdienstes waren mir schon oft hilfreich.

 Eine fundierte Ausbildung und Zertifizierung sind also unabdingbar. 

Auch nach der Ausbildung sollte das Therapeut-Hunde-Team unter fachkundiger Anleitung Erfahrung sammeln. Die Vorbereitung ist ebenso anspruchsvoll wie die gefahrlose und sinnvolle, erfolgreiche Durchführung mit Nachbereitung.

 

Die tiergestützte Therapie liegt bei uns beispielsweise im Bereich der physischen und psychischen Aktivierung, Anregung, Spiel und Spass, Förderung der Konzentration und des Verantwortungsbewusstseins und vielem mehr. Hierbei kommen unter anderem Tricks, Aufgabenstellungen in Form von Apportieren, Suchen, Denkspiele, Slalom und Parcours für  Hund und  Pony und die Erfahrung des Streichelns und Berühren zum Einsatz. Gerade in der Ergotherapie liegt eine sehr spezifische Problembewältigung und Förderung vor. Diese wird immer mit dem behandelnden Therapeuten, Erziehungsberechtigten und gegebenenfalls ärztlichen Personal ausgearbeitet und reflektiert. Auch wird vor jedem Einsatz eines Therapiehundes- oder Pferde, ob für Jung oder Alt eine Allergie möglichst ausgeschlossen und der Klient während der ersten Sitzungen genau beobachtet.

Ein Therapiehund und auch ein Therapiepony ist auf seine charakterliche Eignung genaustens geprüft, dennoch ist es ein Tier. Kleine, unbeabsichtigte Kratzer aufgrund der rauen Ballenhaut oder den Krallen des Hundes können vorkommen und sollten kein Ausschlusskriterium darstellen.

Bei älteren Menschen und Menschen mit Pergamenthaut muss hierauf besonders geachtet werden. Spezielle Socken oder Schuhe können in diesem Fall hilfreich sein.

Frakturen, Wunden und offene Verletzungen können den Einsatz eines Therapie-Tieres einschränken.