Die wesentliche Freude mit Pferden zusammen zu sein: Es bringt uns in Kontakt mit Anmut, Schönheit und Lebensenergie.

(Autor unbekannt)



Wie geht eine Einheit in der tiergestützten Therapie vonstatten?

 

Vorerst wird ein Termin mit der verantwortlichen Person in der Einrichtung vereinbart, in der die tiergestützte Therapie stattfinden soll. Dies erfolgt ohne Tier.

Ein Frage- und Anamnesebogen zeigt im Gespräch die Möglichkeiten und Grenzen, die Wünsche, Vorstellungen und auch räumlichen Gegebenheiten auf. Soll die Therapieeinheit voraussichtlich ganzjährig, drinnen oder draussen stattfinden? Welches Material ist vorhanden, welches soll und darf mitgebracht werden? Ist eine Möglichkeit eines Rückzugsortes für das Tier gegeben? Gibt es räumliche Einschränkungen, welche Räume dürfen mit Tier aus hygienevorschriftlichen Gründen überhaupt genutzt werden? Ist für die Therapie mit Pony ein pferdefreundlicher Zugang vorhanden oder kann dieser erstellt werden? Gibt es Allergien unter den Klienten, psychische Erkrankungen oder Angstzustände die besonderes Handeln erfordern? Welche körperliche Einschränkungen wie Frakturgefahren, Pergamenthaut, Spasmen und ähnliches müssen beachtet werden?

Diese und weitere Fragen sollten im Erstgespräch, aus dem wenn nötig auch mehrere Gespräche werden können unbedingt abgeklärt sein. Ebenso wichtig ist eine schriftliche Zustimmung der Klienten oder deren Betreuungspersonen. Nach Abschluss aller relevanten Abklärungen erfolgt der erste Einsatz mit Tier.

Nach Besprechung des Therapiebogens, der einen groben Leitfaden durch den Einsatz darstellt erfolgt ein erstes Kennenlernen mit dem Klienten/den Klienten und je nach Therapieverlauf erste Gespräche, Übungen, Spiel und Spass.

 

Daher werde ich mir zuerst über Ziele und Methoden bewusst. Wähle ich zunächst nur die Beobachtung des Hundes, vielleicht im freien Spiel? Dann kann man hierüber sprechen: Empathie, Gedächntis, Sprachanregung stehen dann im Vordergrund. Auch werden die Sinne angesprochen: die Augen, die Ohren, die Sprache, der Weg sich auszudrücken. Damit wird ein Wohlbefinden ausgelöst was widerrum Sicherheit und Vetrauen gibt. Der Hund stärkt den Mut zu Neuem, Kompetenzerfahrungen bestätigen die Lust neues zu entdecken oder altes wieder zu entecken. Weitergehend zeigt sich die Kontaktaufnahme, ob geleitet oder durch Selbstaktivität. Hier werden auch taktile Sinne angesprochen. Zurückhaltende Kinder und Jugendliche lernen sich und auf ihre Fähigkeiten zu vertrauen. Menschen, die sehr aktiv sind lernen konzentriert bei der Arbeit mit dem Hund zu bleiben. Klienten, die Grenzen schlecht ausloten können bekommen von einem Therapiehund- oder Pferd unmissverständlich, ehrlich und doch wertfrei und sanft Grenzen aufgezeigt.

Das Ziel im Blick, die Situation und Intuition von Mensch und Tier gewähren lassen- das ist mein Weg. Hier kann sich eine Einheit mit komplexen, interaktiven Aktionen viel Selbstaktivität in der direkten Aufgabenstellung und der Bewältigung diverser Probleme entwickeln.

 

Gerade in der Geriatrie- und Hospizmedizin steht viel Körperkontakt im Vordergrund:

Nähe und Annahme in jeder Lebenslage, aber auch Kompetenzerfahrungen beispielsweise durch Füttern trotz Handicaps. Oder plötzlich in Erinnerungen zu schwelgen, die lange verschüttet waren und so ein reges Gespräch am sonst so ruhigen Tisch zu entfachen: verlorene Motivation kehrt zurück. Das sind Erfolge die dem erfolgreichen Therapiehund- oder Pferd zu danken sind. Jeder glückliche Moment, jede Verbesserung der Lebensqualität ist die Arbeit wert.

 

Und somit freuen wir uns immer wieder auf neue Menschen mit denen wir so viel austauschen können und uns geben und nehmen können- das, was das Leben so lebenswert macht.

Und tiergestützte Therapie zu dem was sie soll - ein Stück Leben gemeinsam gehen.